Evolutionsmythen – Nicht alles ist Adaption

Gepostet von am Sep 23, 2013 In Nachrichten | Keine Kommentare

Evolutionsmythen – Nicht alles ist Adaption

Eine der meist verbreiteten Evolutionsmythen ist, dass jedes Detail von Menschen, Tieren oder Pflanzen durch Adaption entstanden sei, die sich über mehrere Generationen und Hunderttausende von Jahren hingezogen hat. Selbstverständlich, und das kann man nicht bestreiten, kann die Evolution als Erklärung für viele der Mutationen herangezogen werden, welche die heutige Tier- und Pflanzenwelt ausmachen, aber zu behaupten, dass jedes Detail von der Evolution “durchgeplant” wird ist schlichtweg falsch.

Beispiele?
skelettenNehmen wir einmal das sogenannte Steißbein. Dabei handelt es sich um ein Überbleibsel dessen, wo bei unseren nahen Verwandten, den Schimpansen und Bonobos, der Schwanz ist. Selbstverständlich ist der Schwanz durch die Evolution langsam verkümmert, aber warum haben wir dann immer noch ein Steißbein? Dieser Fortsatz der Wirbelsäule hat keinen Nutzen, aber er schadet auch nicht, deswegen gibt es evolutionstechnisch gesehen keine Vorteile, ihn nicht beizubehalten.

Ein anderes Beispiel sind männliche Nippel. Auch sie haben keinen Nutzen(obwohl manche behaupten, sie gehören zu den erogenen Zonen), sind aber da, weil die Evolution keinen Nutzen darin sieht, sie mutieren zu lassen. Dies ist übrigens nicht nur beim Menschen so, viele männliche Tiere haben, wenn auch nicht so stark ausgeprägte, Anzeichen auf sekundäre weibliche Geschlechtsorgane.

An anderer Stelle haben wir Menschen so in die Evolution eingegriffen, dass wir diese vorangetrieben oder verändert haben. So zum Beispiel bei Cannabispflanzen. Obwohl Hanf agrikulturell gesehen einen enorm hohen Stellenwert haben könnte, wurde vor allem in der Neuzeit die Pflanze, ausschliesslich aus weiblichen Samen, dahin gezüchtet, eine möglichst hohe Konzentration an THC zu produzieren. Dies geht so weit, dass bereits wildwachsende Hanfpflanzen sich mit THC anreichern. Das Gegenbeispiel sind die männlichen Pflanzen. Da diese für die Produktion von “Gras” bedeutungslos sind, ist hier die Konzentration an THC so gering wie eh und je.

Wir müssen uns immer vor Augen halten dass die Gene die wir tragen für ganz verschiedene Aufgaben geschaffen wurden und deswegen so flexibel wie möglich sind. Viele der heute als Mutation bezeichneten Nebeneffekte sind deswegen nicht mehr als Variationen der Gene und deren Ausprägungen, die wirkiche Adaption beginnt erst dann, wenn eine große Bevölkerungsgruppe ähnliche Mutationen beobachtet.